Erkrankungen des Bewegungsapparates beim Hund

Hunde neigen bei Schmerzen zu Tapferkeit, das gehört zu ihrem Wolfserbe. Sie jammern und klagen nicht und versuchen, eisern weiter zu laufen. Denn wer im Rudel zu langsam ist, wird von der Meute getrennt. Und das bedeutet in freier Wildbahn den sicheren Tod.

Hunde fühlen Schmerz genauso wie wir Menschen. Sie können uns allerdings nur durch ihre Körpersprache zeigen, wie sie sich fühlen. Daher ist es wichtig, dass Sie als Tierhalter die Körpersprache Ihres Vierbeiners richtig deuten und Schmerzsymtome erkennen können.

Allgemeine Bewegungsunlust, verminderte Spielfreude und Schwierigkeiten beim Aufstehen nach Ruhephasen sind deutliche Anzeichen für Erkrankungen. Bei Problemen mit den Hinterbeinen hoppeln Hunde mitunter wie Hasen. Sie bewegen sich mir kurzen, abgehackten Schritten oder Im Passgang fort, sitzen schief, das schmerzhafte Bein nicht unter den Körper gezogen, sondern zur Seite gestreckt. Häufig reagieren sie auch gereizt, vor allem auf Kinder, und wirken im Wesen verändert.

Lahmheit ist ein ganz wichtiges Schmerzsymptom, und nur ganz selten äußert der Hund seine Schmerzen wirklich durch Winseln, Stöhnen oder Jaulen.

 

Deshalb:

Im Zweifelsfall sollte immer der Tierarzt konsultiert werden. Nur er kann durch spezielle Untersuchungen und mit Hilfe moderner Technik diagnostizieren, ob sich hinter der nachlassenden Bewerglichkeit ein Bagatellleiden oder ein ernsthaftes Problem verbirgt.

 

Symptome, die Sie beachten sollten:

  • Lahmheit oder Steifheit
  • Schwierigkeiten beim Aufstehen / Treppensteigen / Springen etc.
  • Veränderungen im Verhalten oder Aggression
  • Teilnahmslosigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Lecken / Selbstverletzen
  • Empfindlichkeit bei der Berührung des Rückens oder der Gliedmaßen.

 

Häufige Erkrankungen des Bewegungsapparates:

  • Verstauchung, Zerrung, Prellung
  • Bänderriss
  • Verstauchung, Verrenkung, Auskugeln ( Luxation )
  • Sehnen- und Sehnenscheidenentzündung
  • Bruch ( Fraktur )
  • Gelenkentzündung ( Arthritis )
  • chronische / degenerative Gelenkerkrankungen ( Arthrosen )
  • Gelenkmaus ( Osteochondrosis dissecans - OCD ) 
  • Anatomische Fehlentwicklung ( Dysplasie )
  • Bandscheibenvorfall ( Diskusprolaps ) - Diskopathie

 

Die Therapie

Die Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparates reicht von strikter Ruhe, Einsatz von Wärme und gezieltem Bewegungstraining über Ernährungsumstellung und Gewichtsreduktion bis hin zu größeren orthopädischen Operationen. Alle Maßnahmen haben das Ziel, die Schmerzhaftigkeit der Erkrankung zu bekämpfen und vor allem die Gelenkfunktion zu erhalten oder möglichst wiederherzustellen.

Zur Unterstützung dieser Maßnahmen kann der Tierarzt entzündungshemmende und schmerzstillende Mittel einsetzen. Speziell für den Hund entwickelt, zeichnen sie sich durch gute Verträglichkeit aus, sind einfach zu verabreichen und exakt zu dosieren. Ergänzend kann Physiotherapie zur Verbesserung beitragen.

 

(Quelle: Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH)

Weitere Beiträge ...