Infektionskrankheiten der Hunde

STAUPE

Die Staupe ist eine der bekanntesten und gefürchtesten Infektionskrankheiten der Hunde. Das Staupevirus kommt in allen Ländern mit Hundehaltung vor und ist auch hierzulande noch weit verbreitet.

Die Viren werden von infizierten Tieren mit allen Körperflüssigkeiten ausgeschieden. Eine besondere Gefahr sind Tiere, die Erreger ausscheiden, ohne selbst Krankheitsanzeichen zu zeigen. Besonders Hundewelpen sind in den ersten Lebenswochen gefährdet, aber auch ältere Hunde können erkranken.

Eine besonders gefürchtete Komplikation ist die sogenannte nervöse Form der Staupe. Dabei verursacht das Staupevirus Schädigungen im Gehirn.

Der Verlauf der Erkrankung kann sehr unterschiedlich sein und zu bleibenden Schäden führen, wie z.B. an den Zähnen (Staupegebiss) oder den Fußballen (Hard-Pad Disease); häufig endet sie auch tödlich.

Impfung schützt !

 

HEPATITIS (H.C.C.)

Auch bei Hunden gibt es eine ansteckende Virushepatitis. Gefährdet sind allerdings nur Hunde. Auf den Menschen ist die Infektionskrankheit nicht übertragbar.

Als Leitsymptom kann eine Berührungsempfindlichkeit in der Leberregion angesehen werden.

Die Leberschädigung verursacht unter anderem Störungen in der Blutgerinnung. Schwerst erkrankte Hunde sterben unter Krämpfen teilweise sogar über Nacht.

Bei Welpen kann es innerhalb von zwei bis fünf Tagen nach der Ansteckung zu plötzlichen Todesfällen kommen.

Impfung schützt !

 

PARVOVIROSE

Die Erreger dieser Krankheit werden von betroffenen Hunden millionenfach über einen längeren Zeitraum über den Kot ausgeschieden.

Besonders gravierend ist das Problem, daß die Erreger sehr langlebig sind und eine hohe Ansteckungsfähigkeit haben.

Noch Jahre später können sie eine Erkrankung hervorrufen. Sie besitzen eine hohe Widerstandskraft gegenüber Umwelteinflüssen wie z.B. Hitze und Kälte. aber auch gegen Desinfektionsmittel.


Von der Ansteckung bis zum Krankheitsausbruch vergehen nur 3 bis 7 Tage.

Da gegen das Virus alle Medikamente nahezu unwirksam sind, kommt es trotz intensiver Behandlung vor allem bei jüngeren Hunden häufig zum tödlichen Verlauf.


Impfung schützt !

 

LEPTOSPIROSE (Stuttgarter Hundeseuche, Weilsche Krankheit)

Diese Infektionskrankheiten werden durch bestimmte Bakterien hervorgerufen und und können sowohl Tiere als auch Menschen betreffen.

Die Erkrankung zählt somit zu den möglichen Zoonosen.

Hunde jeder Altersgruppe sind für die Krankheiten empfänglich. Infizierte Hunde können Erreger über lange Zeit mit dem Urin ausscheiden. Daneben sind infizierte Ratten und Mäuse eine wichtige Infektionsquelle.


Impfung schützt !

 

 

VIRUSHUSTEN

Diese Erkrankung der Luftröhre und der Bronchien wird oft auch als Zwingerhusten bezeichnet.
Die Ansteckung erfolgt durch Tröpfcheninfektion.


Impfung schützt !

 

 

TOLLWUT

Gewiss sind Ihnen die veterinärpolizeilichen Hinweisschilder auf einen "Tollwutsperrbezirk" an vielen Ortseinfahrten bekannt. Der Gesetzgeber trägt damit der Tatsache Rechnung, dass die Tollwut nach wie vor eine der gefährlichsten Virusinfektionen für Mensch und Tier ist. Tollwut ist nicht heilbar. Empfänglich für die Krankheit sind alle warmblütigen Tiere und der Mensch. Die Hauptinfektionsquelle sind wild lebende Fleischfresser, in erster Linie Füchse. In letzter Zeit wurde das Virus aber auch verschiedentlich bei Fledermäusen nachgewiesen. Tollwutviren werden von infizierten Tieren mit dem Speichel ausgeschieden. Bißverletzungen durch tollwutinfizierte Tiere sind deshalb besonders gefährlich, weil das Virus über Wunden in den Körper gelangt, aber auch Hautverletzungen wie Schürfwunden sind mögliche Eintrittsorte.
Deshalb sollten sie unbedingt vermeiden, "besonders zutrauliche Wildtiere" oder zum Beispiel einen überfahrenen Fuchs mit der bloßen Hand zu berühren.
Da die Krankheitserscheinungen bei Tollwut sehr vielfältig sein können, muss dringend empfohlen werden, falls Sie selbst oder Ihr Hund Kontakt mit einem tollwutkranken oder verdächtigen Tier hatten, unverzüglich einen Arzt oder Tierarzt aufzusuchen.
Geimpfte Hunde sind in diesem Fall rechtlich besser gestellt als ungeimpfte, für die eine sofortige Tötung angeordnet werden kann.
Für Auslandsreisen ist zu beachten, dass die einzelnen Länder so genannte Einreisebestimmungen erlassen haben. In der Mehrzahl der Fälle wird die Einreise mit einem Hund nur dann erlaubt, wenn eine gültige Tollwutimpfung nachgewiesen werden kann.
Diese muss laut geltender Tollwutverordnung mindestens 21 Tage und längstens um den Zeitraum zurückliegen, den der Impfstoffhersteller für eine Wiederholungsimpfung angibt.

Impfung schützt !

 

BABESIOSE

Die Erreger der so genannten "Hundemalaria", die Babesien werden von der erst seit einiger Zeit in immer mehr Regionen Deutschlands zu beobachtenden "Auwaldzecke" übertragen. 12 bis 72 Stunden nach dem Zeckenstich zerstören sie die roten Blutkörperchen. Verläuft die Infektion akut, zeigen erkankte Hunde 10 bis 21 Tage nach dem Stich hohes Fieber, sind teilnahmslos und fressen nicht mehr. Später kommt es zu Durchfall und Erbrechen gefolgt von akutem Nierenversagen. Der Urin erscheint bräunlich rot, denn er enthält Zerfallsprodukte der zerstörten Blutkörperchen. Da diese nicht mehr für den Sauerstofftransport zur Verfügung stehen, leiden die Patienten an Atemnot und müssen husten. Auch das Herz schlägt schneller. Schließlich verlieren die Hunde das Bewußtsein. Einige Tieren zeigen einen schleichenden Krankheitsverlauf und haben, ähnlich wie bei der menschlichen Malaria, immer wieder Fieberschübe. Der Nachweis der Erreger erfolgt durch eine Blutuntersuchung.

 

BORRELIOSE

Die Borreliose wird durch Bakterien (Borrelien) verursacht. Hauptüberträger der Borreliose ist der "Gemeine Holzbock", eine in ganz Deutschland verbreitete Zeckenart. Im Gegensatz zum Menschen treten bei Hunden überwiegend allgemeine Krankheitserscheinungen auf, die leicht übersehen werden. Bei Fieber, Müdigkeit oder Leistungsabfall, Bewegungsunlust, Lahmheiten, Abmagerung oder neurologischen Ausfallerscheinungen sollte deshalb auch in den Wintermonaten und im Frühjahr an Borreliose gedacht werden.

Wie wird der Hund geschützt ?

Jede Zecke, die entdeckt wird, sollte innerhalb der ersten 12 Stunden nach dem Stich schnellstmöglich - ohne Zusatz von Hilfsflüssigkeiten - vollständig entfernt werden. Bewährt hat sich die Verwendung von Haken oder Zangen, die die Zecke mit Kopf herausziehen.

Zum Schutz vor Zecken in gefährdeten Gebieten hält Ihr Tierarzt Medikamente bereit, die vom Tierhalter in regelmäßigen Abständen auf die Nackenhaut des Tieren appliziert werden sollten.

Impfung schützt ! 

 

HEPATOZOONOSE HEPATOZOON CANIS

Die Symptome dieser Erkrankung sind sehr vielfältig: phasenweise Fieber, Blutarmut, blutiger Durchfall, Erbrechen, Nasen- und Augenausfluss und Gewichtsverlust. Manchmal werden Bewegungsschwierigkeiten („steifer Gang“) beobachtet, welche durch Muskelschmerzen und -schwäche verursacht werden. Diese Erkrankung kann sich auch durch Epilepsie ähnliche Krampfanfälle äußern.


FILARIOSE

Die gefürchtetste unter den Filarien ist der Herzwurm. Stechmücken übertragen die Larven der Herzwürmer auf den Hund. Von der Haut wandern die Larven in die Muskulatur, dringen in die Blutbahn ein und gelangen auf diesem Weg bis in das Herz. Die erwachsenen Würmer leben dann in den Blutgefäßen und verstopfen diese. Die ersten Krankheitsanzeichen treten erst 5 bis 7 Monate nach der Ansteckung auf. Es kommt zu Einschränkungen der Herzfunktion, Atemnot und chronischem Husten. Andere Filarien, wie beispielsweise der Hautwurm, welcher sehr häufig in Ungarn ist, bildet Hautknoten. Der Hautwurm wird auch über Stechmücken übertragen und kann sich auch beim Menschen einnisten.

 

EHRLICHIOSE


Bei dieser Erkrankung tritt zurächst wiederkehrendes Fieber auf, der Hund wirkt schwach und frisst auch nicht mehr. Erbrechen und Augenausfluss können auftreten. Phasenweise erscheint der Hund wieder völlig gesund. Häufig kommt es unbemerkt zum Absinken der Blutplättchen. Im späteren Verlauf dieser Erkrankung kommt es daher zu Blutungen (z.B. Nasenbluten, kleine Blutergüsse unter der Haut „blauer Fleck“). Solche Blutungen können aber auch unsichtbar in den Gelenken auftreten und gehen dann einher mit Bewegungsunlust, schwankendem Gang oder auch Muskelzuckungen. Weil das Abwehrsystem des Hundes geschwächt wird, kann es zu starkem Gewichtsverlust kommen.

 

ANAPLASMOSE

Die Anaplasmose wird ebenfalls durch den heimischen Holzbock übertragen und ist vor allem in Nordeuropa zunehmend auf dem Vormarsch. Die Erkrankung kann in mehreren Phasen verlaufen und sich über Jahre erstrecken. Neben Fieber und Gelenkproblemen kommt es zu teils schweren Blutungen aus den Körperöffnungen und Einblutungen in die äußere Haut und die Schleimhäute.

 

SCHUTZIMPFUNG

Lebensgefährliche Infektionskrankheiten kann man am sichersten durch eine Schutzimpfung vorbeugen.
Impfstoffe gelten zu Recht als die wirksamsten Medikamente überhaupt!
Durch die Impfung wird der Hund immun. Dieser Impfschutz umfasst jeweils nur die Krankheit, gegen die geimpft wurde. Kombinationsimpfstoffe sind genauso sicher, wirksam und verträglich wie Einzelimpfstoffe.
Kombinationsimpfstoffe sind kostengünstig und reduzieren die Zahl der notwendigen Injektionen und helfen gefährliche Immunitätslücken zu vermeiden.

 

 

 

(Quelle: Patienteninformationen Pfizer Tiergesundheit, Berlin)